| Allgemeine oder rohe Geburten- und Sterbeziffern, Überschußziffern: | Meßergebnisse, die die Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung nicht berücksichtigen. Es werden die Zahl der Geburten und Sterbefälle und der sich daraus ergebende Saldo bezogen auf 1000 Einwohner angegeben. Für die Bundesrepublik Deutschland lagen diese Werte 1994 bei jeweils 11 Geburten und Sterbefällen je 1000 Einwohnern. |
| Bevölkerungspyramide | Graphische Darstellung des Alters- und Geschlechtsaufbaus einer Bevölkerung. Je nach gewählter Darstellungsform werden die absoluten Zahlen von Altersklassen oder -jahrgängen als gestapelte Balken jeweils für Frauen und für Männer ausgegeben. |
| Demographische Grundgleichung: | Bevölkerungsveränderung = (Geburten - Sterbefälle) + (Einwanderer - Auswanderer) Bevölkerung zum Zeitpunkt tn = Bevölkerung zum Zeitpunkt tn-1 + Bevölkerungsveränderung |
| Fruchtbarkeitsziffer | Die tatsächlich in einer Bevölkerung herrschenden Fortpflanzungsverhältnisse, z.B. die Zahl der Geburten in einem Jahr bezogen auf 1000 Frauen zwischen 15 und 45 Jahren (im "gebärfähigen Alter"). |
| Fruchtbarkeitsrate | Unterscheidung nach altersspezifischer Fruchbarkeitsrate, d.h. der Zahl der Kinder, die von einer spezifischen Frauenkohorte in einem Jahr durchschnittlich geboren werden, und Gesamtfruchtbarkeitsrate, d.h. der durchschnittlichen Zahl von Kindern pro Frau. 1990 betrug der weltweite Durchschnitt der Gesamtfruchtbarkeitsrate 3,5, in Deutschland 1,4, in Angola 6,8. |
| Kohorte | Personengruppe, die über ein gemeinsames Merkmal definiert werden kann bzw. unter vergleichbaren Lebensumständen lebt. Beispielsweise bilden alle Frauen zwischen 15 und 45 Jahren die Kohorte der Frauen im gebärfähigen Alter. Kohorten werden häufig nach dem Lebensalter definiert. |
| Lebenserwartung | Mittelwert des Lebensalters, das in einer Bevölkerung erreicht wird. Die Lebenserwartung der Frauen liegt in den frühindustrialisierten Staaten über der der Männer, in den sogenannten Entwicklungsländern liegt z.T. die Lebenserwartung der Männer über der der Frauen. |
| Natürliche Bevölkerungsbewegungen | Veränderung im Umfang der Gesamtbevölkerung eines Gebietes, die sich ausschließlich aus der Differenz der Geburten und Sterbefälle ergibt. |
| Bestandserhaltungsniveau | Anzahl der für eine gegebene Bevölkerung erforderlichen mittleren Gesamtfruchtbarkeitsrate, um eine Bevölkerungszahl konstant zu halten ("Nullwachstum"). Fruchtbarkeitsraten für das Bestandserhaltungsniveau liegen bei 2,1 bis 2,4 Kindern je Frau. |
| Reproduktionsziffer | Zahl der Töchter, die von der Gesamtzahl der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter einer Bevölkerung durchschnittlich im Laufe eines Lebens geboren werden. Werte >1 deuten auf ein (anhaltendes) Bevölkerungswachstum, Werte <= 1 deuten auf Bestandserhaltung bzw. schrumpfende Bevölkerungszahlen. |
| Sättigungsniveau | Die Bevölkerung eines Gebietes hat die Grenzen der Tragfähigkeit erreicht. |
| Tragfähigkeit | Schätzung der in einer Region maximal möglichen Bevölkerungszahl, die auf der Grundlage der in der Region vorhandenen natürlichen Ressourcen Nahrung und Lebensunterhalt finden kann. |
| Standardisierte Geburten- und Sterbeziffern | Maße für Geburten und Sterbefälle, die um die verzerrenden Größen Bevölkerungs- und Altersstruktur bereinigt wurden, um Vergleiche zwischen unterschiedlich strukturierten Gebieten zu ermöglichen. |
| Wanderungssaldo | Der Nettogewinn oder -verlust der Gesamtbevölkerung eines Gebietes aufgrund von Wanderungsbewegungen. |
| Zensus | Eine Bevölkerungszählung, die von staatlichen Behörden nach standardisierten Verfahren turnusmäßig (i.d.R. alle 10 Jahre) durchgeführt wird und konstante Merkmale (Vergleichbarkeit) wie
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| Binnenwanderung | Wanderungsvorgänge, die sich ausschließlich innerhalb einer Region abspielen. Für die Bestimmung der Wanderungsvolumina müssen jedoch administrative Grenzen innerhalb der Region überschritten werden. |
| Außenwanderung | Wanderungsvorgänge zwischen Regionen, bei denen die administrativen Grenzen zwischen den Regionen überschritten werden müssen. |
| Gravitationsmodell | Die Wanderungs- oder Interaktionshäufigkeit zwischen zwei (mehreren) Regionen wird ausschließlich durch die Distanz und die Masse der betrachteten Regionen determiniert. Aus der Kenntnis der Distanz zweier Regionen und der Bevölkerungszahlen beispielsweise, werden Proportionen der Wanderungsvolumina abgeschätzt. |
| Modell des demographischen Übergangs | Empirisches Modell, daß aus der Beobachtung/Beschreibung der Bevölkerungstransformationsprozesse der Industriestaaten während der vergangenen ca. 150 Jahre auf Gesetzmäßigkeiten schließt, deren Gültigkeit für eine analoge globale Entwicklung angenommen wird. Unterschieden werden vier (fünf) Phasen der Bevölkerungsentwicklung
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| Push-Pull-Modell | Ein Modellansatz von LEE (1972) zur Erklärung von Wanderungsvorgängen, der die individuelle Wanderungsentscheidung auf eine Bilanzierung von abstoßenden und anziehenden Faktoren des Quell- und des Zielgebiets zurückführt. Push-pull-models lassen sich durch Regressionsmodelle beschreiben. |
| Constraints-Modell | Migration wird als das Resultat einer größeren Zahl von vernetzten Variablen angesehen, die sowohl hemmenden wie auch fördernden Charakter aufweisen können. Beim Constraints-Modell werden Wanderungensentscheidungen überwiegend mit äußeren Zwängen (constraints) in Verbindung gebracht. Solche constraints können sein:
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| Modell des Mobilitätsübergangs | Ein von Zelinsky in Analogie zum Modell des demographischen Übergangs postuliertes empirisches Modell, das die in den Industriestaaten seit dem 19ten Jahrhundert beobachteten Transformationen im Mobilitätsverhalten in ihrem Verlauf beschreibt und deutet und für das eine globale Gültigkeit postuliert wird. Der Modellverlauf ist durch fünf Phasen des Übergangs bis zur postindustriellen Gesellschaft gekennzeichnet. |