Wanderungen, Definitionen und Modelle

Einleitung

Wanderungen sind ein wesentliches Element für Bevölkerungsveränderungen insbesondere, weil sie wesentlich kurzfristiger wirksam werden als die natürlichen Bevölkerungsbewegungen. In den frühindustrialisierten Ländern bestimmen Wanderungsvorgänge momentan weit überwiegend die Bevölkerungsbewegung insgesamt. Die Dimensionen und (sozialen) Konsequenzen von großen Wanderungsbewegungen treten damit angesichts eines

immer mehr ins öffentliche Bewußtsein.
Erklärungsansätze für aktuelle Wanderungsbewegungen und Modelle für die Prognose zukünftiger Wanderungen haben daher mehr als nur rein wissenschaftliche Bedeutung und wurden in 2001 beispielsweise auch bei der Anpassung der gesetzlichen Regelungen für die Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland berücksichtigt.

Definition des Begriffs Wanderung

Die Bevölkerung eines Gebietes wird nicht nur durch die natürlichen Bevölkerungsbewegungen beeinflußt. Auch Zu- und Abwanderung (Migrationen) beeinflussen als räumliche Bevölkerungsbewegungen die Zahl der Einwohner einer Region z.T. erheblich. Der Begriff Wanderung bezeichnet eine Form der Mobilität. Eine allgemeine Definition des Begriffes Mobilität lautet "Mobilität bezeichnet den Wechsel eines Individuums zwischen definierten Einheiten eines Systems" (MACKENSEN, 1975, zit . BÄHR, 1983:278). Ein System kann man allgemein als eine Zahl von Einheiten/Elementen bezeichnen, die zueinander in Beziehung stehen.

Ausgehend von dieser sehr allgemeinen Definition lassen sich Positionswechsel von Personen innerhalb eines Systems nun weiter unterscheiden nach sozialer Mobilität und räumlicher Mobilität.

Die soziale Mobilität läßt sich unterscheiden in eine vertikale und in eine horizontale soziale Mobilität. Von ersterer spricht man, wenn Personen innerhalb der Schichten eines sozialen Systems auf- oder absteigen, von letzterer, wenn eine Positionsänderung ohne Wechsel des sozialen Status erfolgt.

Die räumliche Mobilität bezeichnet jede Positionsveränderung zwischen verschiedenen Einheiten eines räumlichen Systems. Räumliche Mobilität ist unabhängig von der Reichweite der Bewegung (große oder geringe Distanzen) und ihrer Frequenz (einmalig oder regelmäßig, selten oder häufig) definiert.

Auch Wanderungen können unterschiedliche Reichweiten und unterschiedliche Frequenzen aufweisen. Im Unterschied zur Mobilität spricht man von Wanderung allerdings nur dann, wenn mit dieser Form der räumlichen Mobilität eine Veränderung des Wohnsitzes verbunden ist. Doch auch diese Definition ist noch nicht präzise genug, da hiermit noch nicht gesagt ist, was unter einer Wohnsitzveränderung verstanden wird - der zeitliche und der räumliche Aspekt der Wohnsitzveränderung müssen eindeutiger bestimmt werden. Im allgemeinen spricht man von einer Wanderung dann, wenn mit einem Wohnsitzwechsel administrative Grenzen überschritten wurden. Man darf dabei selbstverständlich nicht übersehen, daß diese Festlegung in erster Linie darauf beruht, daß sich nur so Wanderungsvorgänge statistisch zuverlässig erfassen lassen. Doch auch der zeitliche Aspekt von Wanderungsvorgängen spielt für ihre Definition eine wichtige Rolle.
Von einem Wanderungsvorgang spricht man erst dann, wenn die Wohnsitzverlegung über eine administrative Grenze hinweg auch dauerhaft, jedoch zumindest für einen längeren Zeitraum angelegt ist (vgl. SCHWARZ, 1972).

Zur Messung und zum Vergleich von Wanderungsvorgängen werden folgende Einheiten/Kennziffern verwendet:

Wanderungsvolumen/Bruttowanderung Summe aller Wanderungsvorgänge: Zuzüge + Fortzüge
Wanderungsbilanz/ -saldo Differenz aus Zu- und Fortzügen
Wanderungsrate Wanderungsvolumen bezogen auf 1.000 Einwohner
Mobilitätsziffer(n) Wanderungsraten bestimmter Bevölkerungsgruppen, z.B. jüngere Altersklassen <-> ältere Bevölkerungsschichten

Die auf diese Weise beschriebenen Wanderungsvorgänge lassen sich weiter differenzieren nach Reichweite, Motiven und strukturellen Merkmalen der Wandernden.


Modelle zur Beschreibung und Prognose von Wanderungsprozessen

Mit dem Einsetzen der großen Überseewanderungen (siehe Bähr, 1983) ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts nahm auch das Interesse an der Erforschung und Erklärung solcher Wanderungsprozesse stark zu. Zunächst versuchte man, Wanderungsvorgänge summarisch zu erklären, später kamen Erklärungsansätze hinzu, die von der subjektiven Entscheidung einzelner ausgehend, Wanderung zu erklären versuchten (verhaltentheoretische Ansätze).

Einer der ersten Erklärungsansätze von E.G. Ravenstein ging vom empirischen Befund der Wanderung selbst aus. Er veröffentlichte in der zweiten Hälfte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts seine »Wanderungsgesetze«, die er aus der Analyse von Censusdaten gewonnen hatte. Diese Gesetzmäßigkeiten weckten das Interesse weiterer Forscher, die die Ravenstein'schen Gesetze z.T. verifizierten, z.T. ergänzten. Sinngemäß lauten diese Gesetzmäßigkeiten:

  1. Die Mehrzahl der Wanderungsvorgänge erfolgt über kurze Distanzen,
  2. Wanderungen über größere Distanzen verlaufen häufig in Etappen (Kettenwanderung),
  3. Bei Wanderungen über größere Distanzen werden große Industrie- und Hafenstädte als Zielorte bevorzugt,
  4. Wanderungsströme bestehen stets aus zwei gegenläufigen Komponenten,
  5. Die Landbevölkerung ist in Wanderungsströmen überrepräsentiert,
  6. Frauen wandern eher über kürzere, Männer eher über längere Distanzen,
  7. Die Mehrzahl der Migranten sind Alleinstehende,
  8. Die Bevölkerungszunahme in Städten ist mehr durch Wanderungsgewinne, als durch natürliche Bevölkerungsbewegungen bedingt,
  9. Das Wanderungsvolumen steigt synchron mit der industriellen und verkehrstechnischen Entwicklung,
  10. Die meisten Wanderungsvorgänge werden durch ökonomische Anlässe ausgelöst.

Ein weiterer grundlegender Ansatz zur Erklärung von Wanderungen ist ZELINSKYs Modell des Mobilitätsübergangs (1971), das (summarisches) Mobilitätsverhalten einer Gesellschaft mit ihrem sozioökonomischen Entwicklungsstand in Verbindung bringt. In Analogie zum Modell des demographischen Übergangs werden fünf Entwicklungsphasen unterschieden:

1. In vorindustriellen Gesellschaften (premodern traditional society) ist die räumliche Mobilität insgesamt gering ausgeprägt. Abgesehen von sporadischen großen Wanderungsvorgängen ganzer Völker sind die Bewegungsradien einzelner Menschen sehr klein.
2. Mit der durch die Industrialisierung ausgelösten Veränderung der Geburten- und Sterbeziffern (Phase II der demographischen Transition) und dem nachfolgend wachsenden Bevölkerungsdruck steigt die Zahl der Fernwanderungen in der frühen Transformationsphase (early transitional society) stark an. Neben der Erschließung bis dahin sehr dünn besiedelter Regionen der Erde, kommt es gleichzeitig zu einer ausgesprochenen Land-Stadt-Wanderung.
3. Durch den nachlassenden Bevölkerungsdruck in Phase III des demographischen Transformationsprozesses reduziert sich das Volumen der Fernwanderungen in der späten Transformationsphase (late transitional society). Wanderungen zwischen und innerhalb der Städte gewinnen an Bedeutung.
4. In modernen Gesellschaften (advanced society) hat die räumliche Mobilität insgesamt stark zugenommen und ist in weit stärkerem Maße als vorher auch an Freizeitaktivitäten gebunden. Reichweite und Frequenz haben sich jedoch gegenüber früheren Phasen der Entwicklung deutlich verändert. Neben einer weiteren Zunahme von Wanderungsbewegungen zwischen den Städten kommen immer stärkere zyklische Bewegungen (Pendler) hinzu. Anstelle von Überseewanderungen aus den frühindustrialisierten Staaten (early transitional society) treten nun Zuwanderungen von Gastarbeitern und Immigranten in die frühindustrialisierten Staaten.
5. In einer zukünftigen nachindustriellen Gesellschaft (superadvanced society) wird von ZELINSKY eine Abschwächung der räumlichen Mobilität erwartet. Zunehmende Verbreitung von I- und K-Technologien soll Raumbewegungen weitgehend substituieren.
Mobilitätstransition
Abb.1 Modell der Mobilitätstransformation. Quelle: IFL 2001, verändert

Distanz- und Gravitationsmodelle

Bei der Beobachtung von Wanderungsprozessen zwischen einem Quellort und verschiedenen, unterschiedlich weit entfernten Zielorten über einen längeren Zeitraum, erkannte man einen starken, bereits von Ravenstein postulierten Zusammenhang zwischen Wanderungsvolumen und Distanz. Den offensichtlichen Zusammenhang zwischen Wanderungsfrequenz bzw. -volumen und der Distanz zwischen Quell- und Zielort beschrieb KANT (1946) mit folgendem Modell, das vor allem den beobachteten Wanderungsvorgängen möglichst gut angepaßt sein sollte, jedoch wenig zur theoretischen Erklärung der Wanderungsprozesse beitrug.

   k    Dabei ist:
  • F ij die Wanderungsrate für zwischen den Raumeinheiten i und j bezogen auf den Ort i,
  • dij die Distanz zwischen i und j
  • k eine empirisch zu ermittelnde Konstante (meist mit dem Wert 1) ebenso wie
  • der Exponent b, der gewöhnlich Werte um 2 annimmt.
F ij =     
d ijb

Wenn man die Wanderungsvolumina F zwischen drei Regionen A, B und C betrachtet und die Distanz zwischen A und C doppelt so groß ist wie die Distanz zwischen A und B, dann beträgt das rechnerische Wanderungsvolumen F ac nach der obigen Formel nur ein Viertel des Wanderungsvolumens von F ab. Wenn man diese mathematische Modellierung mit der Formel vergleicht, die Physiker zur Beschreibung der Schwerkraft verwenden, fallen große Ähnlichkeiten auf. Dieses Modell wird daher als Distanzmodell bezeichnet.

Beim Vergleich zwischen empirisch und mathematisch ermittelten Werten fällt auf, daß das obige mathematische Modell die Wanderungsvolumina für kurze Distanzen überschätzt. ZIPF und STEWART entwickelten daher die im Modell enthaltene Ausgangsüberlegung weiter und erweiterten es zu einer "demographischen Abwandlung des NEWTON'schen Gravitationsgesetzes" (BÄHR, 1983:298). Bereits W.J.REILLY hatte 1929 ein ähnliches Erklärungskonzept zur Entstehung von Handelszonen und Interaktionsströmen zwischen Regionen entwickelt.

In Analogie zum Massenanziehungsgesetz von I. NEWTON gehen in die Modellierung von räumlichen Interaktionen zwischen Regionen mit Hilfe von Gravitationsmodellen neben den Distanzen auch die "Massen der Regionen" ein, so daß sich das folgende mathematische Modell ergibt:

M i × Mj
F ij = k ×
d ijb


Gravitationsbeispiel Zum Distanzmodell kommen somit noch die Größen M i und M j, die "Massen" der betrachteten Regionen hinzu. In vielen Studien wurden die Massen mit den Bevölkerungszahlen gleichgesetzt, die sich leicht der amtlichen Statistik entnehmen lassen. Wie sich leicht nachvollziehen läßt, wird das Wanderungsvolumen also nicht nur ansteigen, wenn die Distanz dij verringert wird, sondern auch wenn die Masse von zwei betrachteten Regionen größer ist als die Masse anderer Regionen (vgl. RAVENSTEIN).
Doch sicherlich ist Masse nicht einfach mit Bevölkerungszahl gleichzusetzen, denn unterschiedliche Bevölkerungszusammensetzungen in den betrachteten Regionen wirken ebenfalls auf die Wanderungsströme ein. Eine bevölkerungsreiche Region, in der eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht, hat sicherlich eine geringere Anziehungskraft und damit Masse, als eine gleichgroße Region mit einer sehr niedrigen Arbeitslosigkeit. Ein Vorschlag (HAGGETT, 1991) lautet daher, die Masse als das Produkt aus Bevölkerungszahl und Durchschnittseinkommen zu bestimmen.
Abb.2 Gravitationsmodell, Quelle: HAGGETT, 1991

Nicht nur die Bestimmung der Massen, auch das Messen der Distanz, die in das Modell eingeht, kann zu Verzerrungen führen. Der Einfachheit halber werden häufig Luftliniendistanzen verwendet. Eine wesentlich genauere Distanzbestimmung z.B. nach Straßen- oder Schienenkilometern oder nach relativen Distanzen wie z.B. Reisezeit, ermöglicht jedoch genauere Modellierungen der Wanderungsbeziehungen.

Regressionsmodelle

Gravitationsmodelle können Wanderungen zwar gut beschreiben, vollständig erklären können sie sie jedoch nicht. Als einzige Eigenschaften von Quell- und Zielgebiet gehen in diese Modelle Bevölkerungsmasse und Distanz ein. Neben der Masse von interagierenden Regionen gibt es aber noch eine Vielzahl weiterer Merkmale, die die vom einzelnen Individuum als positiv oder negativ empfundenen Eigenschaften (push- und pull-factors) bestimmen und Wanderungsvorgänge ebenso beeinflussen, wie die zwischen den Regionen liegenden Zwischenräume, die entweder eine Wanderung hemmende (intervening obstacles) oder ablenkende Eigenschaften (intervening opportunities) aufweisen können.

Mathematische Modelle, die versuchen, einen derartigen Merkmalskomplex abzubilden und zu erklären, werden mit Hilfe der statistischen Regressionsanalyse erstellt. Multiple (d.h. wenn mehr als eine erklärende Variable ins Modell einfließt) Regressionsanalysen versuchen, eine abhängige Variable - hier das Wanderungsvolumen - mit einer Anzahl von unabhängigen Variablen (z.B. Durchschnittseinkommen, Zahl der Arbeitsplätze in verschiedenen Branchen, Wohnungsangebot etc.) zu erklären. Das Ziel bildet eine Regressionsgleichung, als ein mathematisches Modell, welches die Ausprägungen der Zielvariablen aus einer mathematischen Funktionsbeziehung der erklärenden Variablen herleitet. Auch sie repräsentiert eine Wenn-Dann-Beziehung wie das Distanz- und das Gravitationsmodell, wird allerdings in der Regel ungleich komplexer ausfallen.

Auch wenn dieser Ansatz durch die größere Zahl der eingehenden Faktoren wirklichkeitsnäher erscheint, darf nicht übersehen werden, daß als unabhängige Variablen vornehmlich solche gewählt werden, die der allgemeinen Statistik entnommen werden können (z.B. Durchschnittseinkommen, Zahl der Wohnungen etc.).
Bestimmte, die Wanderung ebenfalls determinierende Faktoren, lassen sich entweder nicht unmittelbar messen (z.B. Image), oder werden durch die amtliche Statistik nicht erhoben.

Probabilistische Wanderungsmodelle

Die bisher vorgestellten Modelle dienen zur Beschreibung und Erklärung von summarischen Wanderungseffekten. Auf der Mikroebene der Entscheidungen einzelner Individuen lassen sich mathematische Kausalbeziehungen jedoch nicht formulieren. Wanderungsentscheidungen lassen sich hier - wie alle individuellen Entscheidungen - lediglich auf wahrscheinlichkeitstheoretischer Basis vorhersagen. Probabilistische Modelle berücksichtigen bei Standortentscheidungen den unterschiedlichen Informationsgrad der Wandernden.

Den Prozeß der Informationsgewinnung und -bewertung, der (möglicherweise) zu einer Standortverlagerung führt, versucht das Modell von ROSEMAN nachzubilden. Die Informationen, die in eine Entscheidung für oder gegen eine Wanderung einfließen, entstammen nach ROSEMAN dem typischen, wöchentlichen Aktionsradius (Aktionsraum, activity space) einer Person oder eines Haushaltes. Eine Unzufriedenheit mit der Ausgangssituation kann dabei auf unterschiedlichen Faktoren beruhen, die sich nach den Daseinsgrundfunktionen (Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung, Erholung) gliedern lassen. Aus jedem Faktorenbereich können einzelne Umweltreize als Stressoren die Bewertung des gegenwärtigen Wohnstandortes beeinflussen.

Probabilistische Entscheidungen
Abb.3 Quelle: BÄHR, 1983
Das Modell zeigt die verschiedenen Entscheidungsalternativen des Individuums/Haushaltes auf, die jeweils zufällig jedenfalls nicht deterministisch getroffen werden. Grundsätzlich lassen sich vier Handlungsalternativen beim Auftreten von Stressoren unterscheiden:

  1. Durch Erhöhung der Toleranzgrenze paßt sich eine Entscheidungseinheit (Individuum, Haushalt) an die Gegebenheiten an.
  2. Durch aktive Beeinflussung wird versucht, die Stressoren abzubauen (z.B. Engagement für eine höhere Umweltqualität).
  3. Es setzt eine aktive Suche nach einem neuen Wohnstandort ein.
  4. Es wird eine prinzipielle Entscheidung für einen Standortwechsel gefällt, der jedoch erst bei einer günstigen Gelegenheit tatsächlich vollzogen wird und möglicherweise durch verschiedene externe Faktoren beeinflußt wird.

Synthese

Die unterschiedlichen Modellansätze haben spezifische Restriktionen, die jeweils eine allgemeingültige Erklärung von Wanderungen behindern. Insbesondere Wanderungsprognosen lassen sich auf der Basis der vorhandenen Modelle nur umständlich aufbauen. Es gab daher seit etwa Mitte der 70er Jahre Bestrebungen, die verschiedenen Modellansätze zu einem gemeinsamen Modell neu zusammenzufassen. Das Wanderungsmodell von GATZWEILER kombiniert die probabilistischen Ansätze mit dem Gravitationsmodell. Die probabilistische Komponente wird über die getrennte Betrachtung gruppenspezifischer Wanderungsströme näherungsweise berücksichtigt. In die Analyse der Quell- und Zielorteigenschaften für die gravitationstechnische Berechnung der Wanderungsströme werden eine große Zahl von Standortmerkmalen integriert. Für eine zeitliche Dynamisierung werden zukünftige Wanderungsraten aus aktuellen Wanderungsbewegungen hergeleitet, wobei einzelne Phasen der Prognose in ähnlicher Beziehung zueinander stehen wie die Glieder einer Kette (vgl. Prognoseverfahren).

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Literatur zu diesem Kapitel:
BÄHR, J. (1983):Bevölkerungsgeographie. Stuttgart.
BÄHR, J. (1988):Bevölkerungsgeographie: Entwicklung, Aufgaben und theoretischer Bezugsrahmen. in: Geographische Rundschau 40:2, S. 6-13.
HAGGETT, P. (19912): Geographie - Eine moderne Synthese. Stuttgart.